Welches Ehrenamt betreibst Du und bei welcher Einrichtung?
I. Oberländer: Ich arbeite in einer Suppenküche im Haus Mechtild der Ordensgemeinschaft „Barmherzige Schwestern“ in München.

Welches Ziel / Welche Ziele erfüllt die Einrichtung, für die Du Dich einsetzt?
I. Oberländer: Jedes Wochenende bekommen obdachlose und bedürftige Menschen im Haus Mechtild sowohl samstags als auch sonntags zur Mittagszeit eine kostenlose Mahlzeit. Das Schöne an dieser Einrichtung ist, dass wir den Gästen der Suppenküche mit Wertschätzung begegnen, indem wir sie bedienen. Durch den Besuch der Suppenküche wird Bedürftigen jedoch mehr als nur ein leckeres Essen ausgegeben. Durch das gemeinsame Essen an den Tischen werden auch neue Kontakte geknüpft. Da die Suppenküche zum Kochen vor allem Lebensmittel aus Überschüssen anderer Einrichtungen verwendet, wird gleichzeitig dem Problem der Lebensmittelverschenkung Rechnung getragen.

Wie sieht Deine Aufgabe dort konkret aus?
I. Oberländer: Mein Dienst fängt um viertel vor 11 an und endet je nach Andrang der Besucher der Suppenküche ca. nach drei Stunden. Wir haben dort 5 Tische, an denen jeweils sechs Personen Platz haben. Wenn alle Tische belegt sind, geben wir den weiteren Besuchern Bescheid, dass sie sich gedulden müssen, bis die erste Besucherrunde gegessen hat. Dann beginnen wir das Essen auszugeben.

Wie bist Du zu diesem Ehrenamt gekommen?
I. Oberländer: Zum ersten Mal habe ich mit 17 darüber nachgedacht, dass ich mich gerne im Bereich der Obdachlosenhilfe engagieren würde. Etwas später habe ich es dann in die Tat umgesetzt. Im Internet hatte ich nach Einrichtungen in diesem Bereich „gegoogelt“ und bin so auf die Suppenküche im Haus Mechtild aufmerksam geworden.

Wie lange machst Du das schon?
I. Oberländer: Seit ca. 2 Jahren.

Was machst Du, wenn Du Dich nicht sozial engagierst?
I. Oberländer: Ich mache eine Ausbildung zur Schaufensterdekorateurin, wohne in München und mache in meiner Freizeit gerne Sport, backe, nähe und reise für mein Leben gerne – am liebsten mit dem Rucksack.

Wie viel Zeit nimmt Dein Ehrenamt in Anspruch?
I. Oberländer: Das Tolle ist, dass ich mir die Dienste in der Suppenküche sehr flexibel einteilen kann. Manchmal bin ich sogar jede Woche dort.

Welche Bedeutung hat dieses Ehrenamt für Dich persönlich?
I. Oberländer: 
Meiner Meinung nach ist Zeit das Wertvollste, was man anderen Menschen schenken kann. Durch das Ehrenamt habe ich das Gefühl, meinen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Gleichzeitig machen mir die Dienste in der Suppenküche aber auch sehr viel Spaß und ich sehe es nicht als Arbeit an, dort zu helfen.

Welche Fähigkeiten muss man für dieses Ehrenamt mitbringen?
I. Oberländer:
 Für die Arbeit in der Suppenküche muss man vor allem Geduld und Fleiß mitbringen. Wichtig ist, dass man zum einen mitanpackt und zum anderen Spaß an der Arbeit und dem Umgang mit Menschen hat.

Wenn Du einen Wunsch frei hättest, was würdest Du Dir für die Zukunft dieser Einrichtung wünschen?
I. Oberländer:
 Grundsätzlich finde ich den Ablauf und die Organisation in der Suppenküche sehr gut. Toll wäre, wenn es ein Radio zum Musikhören oder andere Freizeitangebote gäbe, die noch mehr dazu beitragen würden, dass die Menschen sich in der Suppenküche wohl fühlen, miteinander ins Gespräch kommen und soziale Kontakte knüpfen. Generell würde ich mir wünschen, dass sich noch mehr Ehrenamtliche im Bereich der Obdachlosenhilfe engagieren. Grundsätzlich gibt es in der Winterzeit mehr freiwillige Helfer, als im Sommer, sodass der Bedarf in den Sommermonaten größer ist…

Vielen lieben Dank für das Interview 🙂

Weitere Informationen zum Haus Mechthild der Ordensgemeinschaft „Barmherzige Schwestern“ findet ihr hier.

Außerdem gibt es auf der folgenden Seite einen weiteren spannenden Erfahrungsbericht zur Arbeit in der Suppenküche im Haus Mechtild:
Blog „Geh deinen Weg“

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